Paviane als Busfahrer

Hier noch eine kleine Tiergeschichte aus dem Zimbabwe, dem Nachbarland von Südafrika:

Ein diebischer Affe

Peter war einst Polizeibeamter bei der rhodesischen Polizei, als das Land noch britische Kolonie war. Er ist geblieben, als das Land Zimbabwe wurde. Renate und ich sind im Jahre 1998 Gäste des Ehepaares, welches in einem schmucken Häuschen am Stadtrand von Harare, der Hauptstadt des Landes lebt. Peters Frau Doreen serviert uns noch den Morning Tea und dann steigen wir in den gut bepackten Toyota-Landcruiser. Der Weg führt uns auf einwandfreier  Teerstraße durch karge weite Savanne in Richtung Norden. Wir halten bei „Denise’s Kitchen“ und frühstücken ausgiebig nach englischer Art im Garten des Restaurants. Im Laufkäfig räkelt sich ein stattlicher Gepard. Zutraulich kommt ein zierliches Steinböckchen an unseren Tisch und beschnuppert uns neugierig. Ein einsames Zebra weidet auf dem Rasen. Am eingezäunten kleinen Teich liegt ein Krokodil reglos am Ufer. Gegen Mittag sind wir bei den mächtigen Steinmauern der Zimbabwe-Ruinen, Zeugen einer alten Bantukultur. Hier stand einst Gross-Zimbabwe, Namensgeber für den jungen Staat.

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Die Ruinen von Great Zimbabwe © Wolfgang Stoephasius

 

Peter ist ein freundlicher hilfsbereiter Mensch, der aber unbeirrt seinen kolonial geprägten englischen Weg lebt, unberührt von der Welt der Schwarzen. Er glaubt nicht, dass Schwarzafrikaner in der Lage waren, eine solche Stadt zu bauen. Als wir zur Akropolis hinauf steigen und über das weite Land mit dem Lake Kyle schauen, kommt er nicht mit, gesellt sich aber später wieder zu uns, als wir uns in den Garten des Parkrestaurants setzen. Wir bestellen Sandwich, genießen die leicht Brise und freuen uns auf das Essen. Urplötzlich kommt ein kleiner Affe wieselflink angerast, greift sich Renates Sandwich und verschwindet genau so schnell, wie er angeflitzt gekommen ist mit seiner Beute hinter einem Baum. Die nächsten Tage werden wir auf Pirschfahrten im Kyle-Game-Park verbringen. Peter hat eine Rundhütte angemietet. In diesem Park sind wir Selbstversorger und er wird unter Beweis stellen, was für ein großartiger Naturliebhaber er ist und uns die Vielfalt der Tierwelt in diesem relativ unberührten Park erschließen.

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