Der Kampf des Bürokraten gegen den König der Lüfte

Tsavo-Ost © Wolfgang Stoephasius
Tsavo-Ost © Wolfgang Stoephasius
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Der Sekretär © Wolfgang Stoephasius

 

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Beobachter beim Kampf um die Schlange © Wolfgang Stoephasius

 

Hier noch eine kleine Geschichte von der Kenia-Reise 2010:

Schlepper in Mombasa

Renate und ich blicken uns noch einmal um auf die  dicken Mauern von Fort Jesu. Neunmal hat die Festung die Besatzung gewechselt, immer waren es Eroberer, die sich dort verschanzt hatten. Nun gehört Kenia den Afrikanern. Wir tauchen nach der Besichtigung der Bastion  ein in die Gassen der Altstadt. Neugierige Augen lugen von den eisernen Balkonen, schwarz gekleidete Frauen, das Gesicht verhüllt, huschen an uns vorbei, Männer suchen nach Brauchbarem in einer stinkenden Müllhalde, es riecht nach Afrika, der seltsame morbide Geruch der Tropen, ein Gemisch aus Fäulnis und dem Duft südlicher Gewürze.

Altstadt von Mombasa © Wolfgang Stoephasius
Altstadt von Mombasa © Wolfgang Stoephasius

 

Unser Blick bleibt an einem Eckgebäude hängen. Deutsche Fahnen flattern im Wind, darunter ein acht Meter langes Spruchband: „Deutschland Weltmeister 2010“. Dabei steht das schwere Spiel im Viertelfinale gegen Argentinien noch bevor. Das wird zwar 4:0 gewonnen, die Weltmeisterschaft muss aber noch vier Jahre warten.

Deutschlandfans © Wolfgang Stoephasius
Deutschlandfans © Wolfgang Stoephasius

 

Hinter dem Obst- und Gemüsemarkt mit der Farbenpracht, welche die Fülle des Angebotes reflektiert, wartet eine Gasse mit Geschäften, eher dunklen Löchern, in welchem Gewürze verkauft werden auf uns. Schlepper umkreisen uns wie Wölfe, die auf den richtigen Moment warten, das Opfer anzufallen: „Come to my Shop, very good price“. Wir schauen stur geradeaus, simulieren, dass uns die Läden überhaupt nicht interessieren, biegen auf die Hauptstraße ab, pirschen uns erneut heran, meinen den richtigen Moment erkannt zu haben und schleichen in eine der Höhlen. Da steht er hinter dem Tresen, einer der Verfolger, tütelt unsere abgewogenen Gewürze ein, legt sie auf einen Haufen. Wir fragen nach dem Preis. Die Antwort lässt uns wütend aus dem Laden stürzen. Der Einstiegspreis für das übliche Feilschen ist derart überzogen, dass ich mich verarscht fühle, so geht man nicht mit einem Traveller um, er will nicht mit den Pauschaltouristen aus den nahegelegenen Strandressorts auf eine Stufe gestellt werden. Als wir zur Ruhe kommen und an der Hauptstraße stehen bleiben, merken wir, dass wir unser Reisehandbuch im Laden liegen lassen haben. Also müssen wir nochmals zurück – und der Ladeninhaber persönlich wartet schon mit dem Buch in der Hand. Wie durch ein Wunder sind alle Schlepper verschwunden und es kann ein halbwegs fairer Handel beginnen. Wir bezahlen zwar den Msungo-Preis, können aber gut damit leben. Msungo ist das Suaheliwort für (fauler) weißer Mann. Die Gewürze sind frisch und allemal billiger als daheim in München.

Und hier noch der Link zu Kenia:

Kenia „Meine” UN-Staaten – zum 77sten

 

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